Dienstag, 26. August 2008

Ein mörderisches Wochenende

Am Samstag hab ich, seit sechs Jahren das erste Mal, Daniela getroffen. Ein Schuelgspändli aus dem Englischunterricht von Schottland. Es war interessant zu erfahren mit wie viel Feingefühl man einem Chef einen Jobwechsel ankündigen kann. Hätt ich Ihr nicht zugetrautJ. Nach zwei Stunden plaudern gingen wir dann ins Kino. Sie ins Kapitol, ich ins Modern. Sie Mama Mia, ich Batman. Ich glaube meine Wahl war besser. Nach dem Film zog ich mit Hasli nochmals ins Parterre. Der Niggu spielte den müden Mann und zog zurück nach Basel. Im Parterre gab’s dann nochmals etwas gegen den Durst. Schliesslich war es noch nicht so spät und ich musste ja erst um 6.30 Uhr aufstehen. Um 00.30 Uhr war im Parterre dann aber endgültig Ladenschluss. Aber nicht in der Bar59. Irgendwie konnte mich der Hasli überreden auch noch mitzugehen. Er hatte auch einen guten Joker in der Hand. In der Bar59 lief Drum and Bass. Das mag ich ganz besonders und das kriegt man nur so selten in Luzern. Leider war die erste Stunde recht schwach. Der MC war voll uncool und der DJ passte mir auch nicht. Es besserte sich aber mit dem DJ-Wechsel. Es kam sogar richtig Freude auf. Etwa um 3.00 Uhr musste ich dann aber nach Hause. Meine Zeit zum schlafen wurde immer kürzer. „Es chliises chauts Plättli“ musste es dann aber schon noch sein. Ich hab mir das als eine Art vorgezogen Frühstück angesehen. Um 3.30 Uhr war Lichterlöschen.
Pünktlich um 7.15 Uhr kamen Beni und Sybille mit dem Auto in Luzern an um mich aufzuladen. Mein Zustand war für eine strenge Wanderung leider noch nicht ganz ideal. Die Ersten 1800 Höhenmeter bis auf den Uri Rotstock waren ziemlich hart. Hab’s aber ohne Abschleppseil aus eigener Kraft geschafft. Das Panorama vom Gipfel war Weltklasse. Der Weg nach unten, fast so anstrengend wie der nach oben, war auch lustig. Auf dem Schnee hat’s mich oftmals fast und einmal richtig zu Boden gehauen. Etwas später dann auch noch auf dem Gras. Vielleicht war ich einfach zu müde. Auf der Autofahrt zurück nach Luzern war ich dann endgültig am Arsch.

Dienstag, 19. August 2008

Schon bald wird Hochzeit gefeiert

Das gilt nicht für mich, aber der Märtu will die Diana ehelichen. Natürlich musste er sich unsere Erlaubnis an einem Polterabend erarbeiten. Wir hatten ein Riesenglück mit dem Wetter. Bei Sonnenschein trafen wir uns beim Triumpfbogen in Luzern. Dort überreichtem wir dem glücklichen Martin ein Bier und einen Teil von einer Schatzkarte. Seine erste Aufgabe war es uns in der Stadt zu finden. Mit Bravur hat er die Karte gelesen und uns nach ca. 30 Minuten gefunden. War ja ganz einfach. Normalerweise führt einem die Karte zum Schatz. Bei uns war der Schatz ein Bier, zwei Pack Fondue, ein schwerer Stein und ein weiteres Stück der Schatzkarte. Mutig schwang sich der Märtu auf Mobi Dick und ritt in die wilden Wogen der Reuss um das versenkte Paket zu bergen. Mit der nun kompletten Karte machten wir uns auf den Weg zum Fondueposten. Die Aufgabe war ganz einfach und wurde auch gelöst (Auf eine grottenschlechte weise). Alles was er tun musste war fünf Frauen zu einem Chäsergruess zu überreden und mit Ihnen ein bisschen Fondue essen. Alles was er auftreiben konnte waren drei Mütter und drei Kinder. Die Russinen gingen ihm zwar ans Euter, wollten aber nichts vom Fondue. Von diesem Posten hab ich auch noch ein kleines Andenken abbekommen als mir der Mörtel mit heissem Käse auf die Hand tropfte.
Weiter ging’s mit den Schikleidern Richtung Pick Wick. Das war auch höchste Zeit, denn unsere mobilen Biervorräte waren aufgebraucht. Dank unserem Transportkarren mit den leeren Blechbüchsen im Schlepptau ist der Martin auch überall gut aufgefallen.
Vom Pick Wick hab ich mich ein bisschen vor der Gruppe abgesetzt. Musste mich beim Hängemattenposten parat machen. Meine Aufgabe für den Bräutigam war ganz einfach. Er musste die Hängematte aufspannen und dann ein paar Passanten aus seinem Leben erzählen. Natürlich bekamen diese von mir ein paar Hinweise was sie den Martin fragen konnten. Es war erstaunlich wie gut die Frau mit der weissen Bluse den Job an Anfang gemacht hatte. Am Schluss ist sie dann aber irgendwie durchgestartet und hat Ihm gesagt dass Diana nur einen Schweizer Pass und sein Geld will. Das war irgendwie schade. Aber der Märtu hat’s gut weggesteckt und machte sich auf zum Polizeiposten. Dort musste er ein altes Vergehen büssen. Ausgerüstet wie eine professionelle Putze machte er sich an die Fassaden und Bodenreinigung. Zur Stärkung bekam er von ein paar Passanten noch ein kleines Schnäpsli.
Beim Polizeiposten war unser kleiner Postenlauf zu Ende. Von dem Punkt an wurde es chaotisch. Eigentlich wollten wir im Max einen Gemma trinken gehen und danach in die Hütte nach Horw verschieben um dort zu grillieren. Im Max gab’s dann aber nicht nur einen Gemma sondern noch viel mehr. Ganz speziell für den Martin. So cirka um 22 Uhr war der schon richtig betrunken und ist uns abgehauen. Von da an wusste eigentlich niemand mehr wo alle Anderen sind weil jeder jeden suchte. Märtus Bruder war auch ganz schlecht beisammen und musste nach Hause geführt werden. Der Thömu hat ihn begleitet. Beni und ich sind ihnen gefolgt und haben den Wagen mit all den Utensilien vom Tagesprogramm noch mitgenommen. Das Fuhrwerk wechselte das Zugtier (von Beni zu Thömu) und wurde in unseren Veloraum verschoben. Kurz in die Wohnung, bisschen Sake (Saaaaakeeee esch Kaaaaakeeee) trinken und dann mit den Velo’s zur Grillhütte. Dort mussten wir warten, ich besorgte zwar das Haus, der Schlüssel war aber bei Hasli. Die kamen dann irgendwann mit dem Urs und dem Deutschen. Zum glück war der noch nüchtern (im ernst) und durfte noch Auto fahren. Als wir zu bräteln anfingen merkten zwei von Märtus Chäserschuelkollegen dass sie einen Rucksack im Max vergessen hatten. Driver Urs kam wieder zum Einsatz. Mission Kotelett wurde erfüllt, der Rucksack geborgen und das darin enthaltene Fleisch über dem Feuer gegart.
Ich glaube der Niggu war der dritte der auf einmal nicht mehr anwesend war. Vom Grillfleisch hat der nichts mehr zu sehen bekommen, er ist vorher eingepennt. Dann ging der Hasli. Märtu’s jüngster Bruder unterhielt uns noch eine Weile mit „grusige Wetze“ bevor es auch mich dann auch abtischte. Keine Ahnung um welche Zeit das war.
Am Sonntagmorgen ging es mir erstaunlich gut. Eventuell lag es daran, dass ich immer wieder aufwachte und Wasser nachfüllte. Beim Aufräumen wurde uns dann schnell klar dass alle in der Stadt schon zu viel getrunken hatten. In Horw brauchten wir gerade mal fünf Flaschen Bier und sechs Flaschen Mineralwasser. Die Vorräte hätten aber gut für einen verzechten Abend für eine 100 Mann starke Sauftruppe gereicht. Es hat nicht sollen sein.
Nachdem wir den Märtu mit dem Telefon aus dem Bett geholt hatten opferte sich der Beni und holte ihn von Reussbühl nach Horw. Sein Zustand war nicht mehr besorgniserregend aber 100%ig war er noch nicht parat. Für ein Gruppenfoto der Brigitten hat’s gereicht.
Schön war’s.

Mittwoch, 13. August 2008

Der neue Stefu

Bei der Arbeit läuft alles gut. Privat auch.
Heute bin ich wieder mal zum Coiffure gegangen. Bei der Anmeldung hat mir das Fräulein gesagt, dass die Gwafföse“ die mir sonst immer die Haare schneidet leider keine Zeit hat. Ob’s auch recht sei wenn mir jemand anders an die Wolle geht. Da ich eh nicht mehr wusste wer mir immer die Haare schnitt, tat ich nicht schwierig und hab den Termin mit ner anderen abgemacht. Und das ist raus gekommen. Ein ca. 10 Jahre jüngerer Stefu. Nach einem Blick in die Kundendatenbank war dann auch klar wieso ich nicht mehr wusste wer mir das letzte Mal die Frisur verpasste. Mein letzter richtiger Haarschnitt war 2 Jahre und 7 Monate her.
Rassiert hab ich mich übrigens selber.

Sonntag, 3. August 2008

Arbeiten

Die letzte Woche war nicht so cool. Ich hatte ein geschwollenes Halszäpfli. Essen und auch trinken war echt mühsam. Der 1. Aubust wurde am Freitag (1. August) trotzdem durchgeführt. Für alle Aussländer die nicht wissen was der erste August ist: Die Schweiz hat an dem Tag Geburtstag. In unserer Nachbarschaft konnte man die Patrioten relativ leicht ausmachen. Die einen hängten die grossen Fahnen raus. Andere steckten nur kleine, dafür viele, in die Granicheschtli. Unser leiber Herr Nachbar, wird auch wieder von der „Bondespolizei“ mit „Radiowälle“ ge „Psüchoterrorisiert“. Für die Anwohner des Birreggquartiers ist es aber auch nicht ganz einfach mit einem terrorisierten Nachbar zu leben. Heute hat er um ca. acht Uhr mit seinen Parolen angefangen. „Radiowälle-Antenne-Psüchoterror“, „Bondespolizei-Spezzel-Registriere“ und noch ein paar andere hochinteressante Botschaften. Eventuell muss er schon bald wieder eingeliefert werden.
Ab morgen bin ich wieder im Büro anzutreffen. So wie ich vorab gehört habe, soll eine Menge arbeit auf mich warten. Ich bin gespannt was alles zu tun ist. 頑張ってね!

Mittwoch, 30. Juli 2008

Suisu no Yakiniku

Jetzt bin ich wieder ganz richtig zu Hause. Das heisst, ich hab all mein Grümpel von Beromünster, da wo meine Eltern wohnen, nach Luzern geschafft. Das Beste ist aber dass der Hasli, mein WG Kolleg, im Militär ist. Da muss ich nicht alles auf ein Mal richtig versorgen. Ich geniesse das gute Wetter vor allem vom Balkon aus. Die Aussicht ist immer die Selbe, sie ist mir aber immer noch nicht verleidet. Es ist heiss in der Schweiz. Im Vergleich zu Tokyo jedoch angenehm heiss. Die Luftfeuchtigkeit ist in einem gesunden Rahmen und die Temperatur auch ein bisschen tiefer.
Ich hab mich in Zwischenzeit schon mal nach einem Reiskocher umgesehen. Ich vermisse den Reis ein bisschen. Ich will aber nicht ein Kocher der nur Reis kocht. Der muss auch einen Timer haben damit der Reis am Morgen zum Frühstück just in Time fertig ist. Bis jetzt hab ich noch keinen mit Timer gefunden. Ich weiss aber dass es solche gibt und deshalb schau ich noch ein bisschen weiter.
Das Essen in der Schweiz bekommt mir aber auch gut. Am Wochenende gab es Yakiniku nach Schweizer Art. Das ist lecker. Hasli ist der Grillchef.
Japanisch lerne ich natürlich auch noch fast täglich. Ich bekomm von 智美-san ab und zu mal ne Mail in Japanisch. Um die relativ kurzen Meldungen zu verstehen brauch ich Ewigkeiten. Aber ich hab ja Ferien. Und Ihr geht es genau so wenn ich in Englisch zurück schreibe. So viel ich weiss hat Sie auch Ferien. Win–Win Situation.

Freitag, 25. Juli 2008

Schlechtes Gewissen

Niemand hätte es bemerkt, aber das Gewissen plagte mich. Auf dem Rückweg von Tokyo nach Wien bin ich nicht mit einer 747 wie auf dem Bild geflogen. Es war eine 777 vom gleichen Hersteller. Der abgebildete Jumbojet brachte mich von Naha nach Haneda. So jetzt ist wieder alles gut und ich kann beruhigt schlafen.
Damit ich mich möglichst schnell wieder an mein Heimatland gewöhne, mach ich eine Art Intensivtraining mit. Schon am Montagmittag gab es Raclet. Im vergleich mit dem leichten japanischen Essen ist Raclet extrem fettig. Aber ebnsogut wie ein Sushi. Am Dienstag hab ich mehr oder weniger den ganzen Tag an einer Tastatur mit deutschem Layout verbracht. Auch daran muss man sich wieder gewöhnen.
Extremschweizerisch wurde es Gestern auf dem Schilthorn. Beim Anblick von den Bergen, Schnee und den Kühen schlägt jedem Schweizer das Herz ein bisschen höher. Ich hab mich in der letzten Zeit glaub zu stark an die Luft auf Meereshöhe gewöhnt. Auf den letzten Meter zum Gipfel (fast 3000m) musste ich ziemlich „schwär schnufe“. Hab es aber ohne andere Probleme geschafft. Leider kann ich keine Bilder von Eiger, Mönch und Jungfrau zeigen. Die drei waren immer hinter Nebel versteckt. Nur zwischendurch zeigten sich kleine Teile der wohl bekanntesten Bergkombination der Schweiz (Welt?). Natürlich hab ich auch noch einem japanischen Paar beim Fotografieren geholfen. Die waren aus Kyoto. Als ich erzählte wo ich mich in Japan so rum triebe, bestätigten sie mir, dass ich eine gute Wahl getroffen habe. Irgendwo in der Mitte des Bogs ist ein Bild von Birdwatchers. Die beiden seien schon oft am gleichen Ort gestanden und haben Vögel geknippst.

Montag, 21. Juli 2008

Freitag, Samstag, Sonntag

Auf dem Flug von Okinawa nach Haneda ist nichts Spezielles passiert. In Tokyo angekommen hab ich mich direkt nach Shibuya aufgemacht. Dort traf ich meine früheren Schulgspändli nochmals. Wir gingen fein essen und haben bisschen gefeiert. Am Schluss waren wir nur noch zu viert. K’san, Ihr Bruder Liu san, Emiko Sensei und ich. Morgens um 8 Uhr war ich dann auch wieder in Tone angekommen. Zuerst musste ich natürlich Brigitte einen Kurzrapport über Okinawa abgeben. Danach legte ich mich für 2 Stunden schlafen. Ausgerechnet in diesen zwei Stunden war nochmals ein grösseres Erdbeben. Es war stark genug um in den Schweizer Nachrichten zu erscheinen. Ich hab’s verpennt. Am Nachmittag hab ich dann angefangen zu packen. Relativ früh war mir klar dass ich viel zu viel Gepäck habe. Da ich aber nicht wusste ob ich 20 oder 25 Kilo verfrachten darf, packte ich alles das im grossen Rucksack kein Platz hatte in eine grosse Kiste. Am Sonntag, am Flughafen hiess es dann 12 Kg übergewicht. Ich durfte nur 20 Kg mitnehmen. Sie boten mir 2 Optionen an. Erstens: Kiste leichter machen. Zweites: Pro Kg Übergewicht 40 Euro zahlen.
Bei diesen Optionen viel mir die Entscheidung recht leicht. Ich hab die Kiste um etwas mehr als 4 Kilo erleichtert und dann per Schifffracht auf die Post gegeben. Das kostet etwas mehr als 70 Fr. Mein Fluggepäck war am Schluss immer noch etwas mehr als 20 Kg. Das liessen sie mir aber durchgehen.
Einige meiner Souvenirs kommen jetzt erst etwa in 2 Monaten an. Ein paar japanische Süssigkeiten, Essstäbchen und den Habusake hab ich aber jetzt schon in der Schweiz. Der Sake hat aber auf dem Weg seinen Behälter gewechselt. Bei der Aufgabe war der noch in einer Flasche, am Flughafen Zürich war der in meinen Büchern aufgesogen. Trinken kann ich davon nichts mehr.
Der Flug von Wien nach Zürich war lustig. Kurz nach dem Start, genau zu der Zeit als das Essen serviert wurde, flogen wir durch einen Sturm. Es hat mächtig geschüttelt.
Meinen Rückweg hab ich natürlich in typisch japanischen Kleidern angetreten. Arbeitskleider. Schon bald geht’s ja mit der Arbeit wieder los. Die Jacke kann ich in der Schweiz auch brauchen, bei der Hose und den Schuhen bin ich mir noch nicht so sicher. Bequem wären sie aber.