Montag, 26. Mai 2008

ふたりはいつも

Brigitte hat mir gesagt dass im Buchtitel keine Kanjis vorkommen. Bei genauem Hinsehen ist mir das dann auch aufgefallen. Ist halt nicht so schön geschrieben wie ichs mir von der Schule gewohnt bin. Jetzt wo ich’s lesen kann würde ich sagen das Buch heisst „immer zu zweit“ (ふたりはいつも).

Samstag, 24. Mai 2008

Frosch, Kröte und Schildkröte

Unsere Klasse ist mittlerweile bei der indirekten Rede angekommen. Ich gehöre ja eigentlich auch zu „unserer Klasse“, grenze mich aber bei der indirekten Rede aus. Ich ringe immer noch mit diversen Konjugationen von Verben und Adjektiven. Wenn ich alles richtig verstanden habe, gibt es 1. Dan, 5. Dan und Ausnahmeverben. Wenn man weiss welches Verb in welche Klasse gehört, kann man immer die letzte Silbe durch eine höhere oder tiefere Silbe, ein „katta“, ein „nai“, ein „yanai“ oder „weissnichtwas“ ersetzen und es entsteht das selbe Wort in der, Verneinung, einer anderen Zeit an einem fernen Ort. Ich warte immer auf den Moment an dem mich die Lehrerin fragt: Wie war gestern die Wettervorhersage für übermorgen? Ich weiss, dass ich dann einen ewiglangen Satz in zirka einer Sekunde zusammenstellen muss der mit „soudesu“ (hoffe ich wenigstens) endet. Nun, da mir das alles langsam zu viel wurde hab ich mir ein Kinderbuch gekauft. Den Titel kann ich zwar nicht lesen weil da Kanjis drin sind, die ich nicht verstehe. Die ganzen Texte im Buch kann ich zwar ganz langsam lesen, ohne die Bilder versteh ich aber auch nichts. Der Originaltitel des Buches ist „Frog And Tod All Year“, kann ich nur empfehlen, ist lustig.

Gestern waren wir wieder im Karaoke-Restaurant. Diesmal ist sogar ne Lehrerin mitgekommen. Emiko-Sensei ist genau zwei Tage älter als ich (die mit dem grossen und kleinen Bier), singt aber um viele Jahre besser als ich. Vielleicht muss ich einfach jede Woche üben gehen. Der Apfel fällt ja nicht weit vom Stamm, mein Papi hat’s auch in den Männerchor geschafft.

Die Karaokeabmachung war ganz einfach, für jeden Song den ich singe macht die Manu die Schildkröte. Bettina hab ich auch erwischt als sie die Schildkröte machte.

Diese Woche hab ich noch zwei Artikel entdeckt die wir in der Schweiz nicht brauchen.

1. Seife aus dem Kaffirahmportiönli.

2. Pudding Shake aus dem Getränkeautomat. Der Schmeckt nicht gut und trinkt sich schlecht wegen dem Möcken.

Sonntag, 18. Mai 2008

Super Wochenende

Am Freitag war kein Schulunterricht. Wir gingen mit der Klasse ins Erbeben und Katastrophencenter in Shinjuku. Dort wurden wir instruiert was bei einem Erdbeben alles zu tun ist. In der Erdbebensimulationsküche wurde dann auch getestet ob wir alles richtig verstanden haben.

1. Gas muss nicht ausgeschaltet werden. Das sollte automatisch passieren.

2. So schnell wie möglich unter einen Tisch kriechen.

3. Sich an einem Tischbein festklammern weil dieser sonst wegrutschen könnte.

In den Videoanalysen konnten wir dann sehen was wir richtig gemacht hatten und was falsch war. Die erste Gruppe versuchte irgendwie das Gas am Kochherd auszuschalten und war deshalb viel zu spät unter dem Tisch. Nach diesem Simulationsbeben muss ich sagen dass meine Real erlebten Beben wirklich nur ganz schwach waren obwohl vom einten sogar in der Schweizer Tagesschau berichtet wurde..

Nach dem Erdbeben kommt das Feuer. Ich als „Ex Feuerwehrmann“ konnte bei der Feuerlöscherübung ein bisschen Fotografieren.

Mit dem Feuer kommt der Rauch. Deshalb war der letzte Aktivposten das Rauch-Labyrinth. Das war nicht so speziell. Das Instruktionsvideo war aber lustig. Immer wenn ein Strichmännchen irgendwas Falsches gemacht hatte wurde es grün und ein Heiligenschein stieg auf.

Am Schluss zeigten sie uns noch einen japanischen 3D Katastrophenfilm (ohne Godzilla) mit Happyend.

Nach dem Katastrophencenter gingen wir fein Essen. Nach dem Essen gings in ein Karaokerestaurant. Eigentlich wollte ich das ja unbedingt vermeiden. Zu fünft sperrten wir uns in einem etwa 3.5x2.5m klein Raum ein. Es war schrecklichlustig. Irgenwann hatten mich die anderen so weit dass ich versuchte Wild Horses von den Rolling Stones zu interpertieren. Das war dann nur noch schrecklich. Angle of Deadh von Slayer hab ich dann auch noch versucht. Zirka um 22.00Uhr verliessen wir das Lokal mit einem ziemlichen „Terggu“.

Am Samstag musste ich früh aufstehen. Trainingsweekend war angesagt. Mit dem Velo kämpfte ich mich zum Versammlungsplatz. Zum Glück waren die Trainings für die Kinder ausgelegt und nicht so anstrengend (alle 20 Minuten 10 Minuten Pause). Ich hatte das Gefühl, dass mir bei jedem Schlag den ich machte, ein Anderer mit ner Keule eins zurückgab. Vor dem Nachtessen war noch Ofuro Time. Das Thermometer das im Wasser war zeigte 45C. Für mich war es fast unerträglich heiss. Die japanischen Kinder fanden das aber ganz normal und tauchten und spielten im Wasser. Nach dem Nachtessen wurden die Erwachsen ins Zimmer der Senseis geholt. Die hatten auf dem Tatamiboden Tische und ein zweites Nachtessen parat gemacht. Von 19.00 bis 24.00Uhr haben wir da gegessen und vor allem getrunken. Die Verständigung wurde mit jeder Stunde besser. Das Hauptthema war natürlich Karate. Die wollten mich ständig zum Shotokan-Stil bekehren. Leider durfte ich keine Fotos machen. Von all dem Bier, Vodka Lemon aus der Dose und dem Choju aus der Magnumflasche waren wir alle wirklich blau. Die kleinen Japaneraugen waren gar nicht mehr zu sehen. Der jüngste Sensei wollte mich um Mitternacht noch zu einem Sparingkampf auffordern, konnte aber nicht mehr aufrecht stehen. Heute kam der dann auch nur noch zum Abschlussfoto.

Alles in allem hab ich das Wochenende gut überstanden. Während dem Schreiben von diesem Text ist mir aber aufgefallen, dass ich oben auf dem Handgelenk eine komische Beule habe. Mal sehen wie es sich entwickelt. Bis jetzt tuts nicht weh.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Schönwetterperiode

Hört doch bitte auf zu bluffen wie gut das Wetter in der Schweiz ist. Ich bin jetzt seit bald sechs Wochen in Japan und hatte auch schon zweimal die kurzen Hosen montiert. Es ist nicht so dass es immer regnet, es regnet nur oft. Es ist auch nicht immer kalt. Ich hatte zuerst die Winterdecke auf dem Bett. Die ist dann mit der Frühlingsdecke ersetzt worden. Für zwei Nächte hatte ich sogar die Sommerdecke. Momentan braucht man aber wieder das Frühlingszeug. Für den Schulweg ziehe ich mir wieder lange Hosen, T-Shirt, Pulli und Jacke an. Da ich die ersten 3km bis zum Bahnhof mit dem Velo oder zu Fuss mache, bin ich glücklich wenn ich da nicht pflotschnass ankomme. Das gute ist ja dass die Züge Sitzheizungen haben sonst wär ich wahrscheinlich schon längst verfrohren. Die Zugfahrt bis Shibuya, da ist die Schule, dauert genau so lange dass die Kleider nicht ganz trocknen können. Ich hab mir schon mehrere Male überlegt mit der Yamanote Line eine Extrarunde zu drehen um trocken zu werden. Das würde dann aber schuleschwänzen bedeuten und das liegt auch nicht drin. Ich habe Heute mein Textli zurückbekommen. Die Lehrerin war erfreut, dass ich mir die Mühe nahm, freiwillig etwas zu schreiben. Ich musste ihr aber einige Passagen noch von Hand (nonverbal) erklären weil mir die Worte fehlten. Vor allem den letzten Teil wollte sie nicht verstehen.

Wieder zum Wetter. Ich bin jetzt auf den Sommer gespannt. Soll ja richtig heiss werden. Sommer heisst aber auch Regenzeit.


Samstag, 10. Mai 2008

Oder doch nicht?

Für den letzten Eintrag hatte ich etwa 3 Stunden gebraucht. Den ersten Teil liess ich korrigieren. Beim zweiten Teil weiss ich nicht ob alles gut ist. Na ja, viele werden ja eh nichts verstehen und diejenigen dies verstehen werden mir hoffentlich allfällige Fehler verzeihen. Mit etwas Phantasie sollte man den Zusammenhang erkennen.

Ab jetzt nur noch in japanisch

わたしはステファンです

わたしのかぞくは四人がいます。母と父と一人きょうだい。母のなまえはリチア.50さいです。父のなまえはルエヂで53さいです。わたしのいもうとはベッチナです。ベッチナは27さいです。わたしたちが二年前ねこがいました、けれども今でわいません。わたしのりょうしんはベロムンステルに住んでいます。ベルムンステルは小さいまちです。じんこうは2500人ぐらいです。小さいけれどもいいとしずかなまちです。父はベロムンスルのゆうびんきょくか長です。いもうとはランエンタルに住んでいます。びょういんのはたらいてです、けれどもいしゃでわありません。

わたしはルゼルンに住んでいます。じゅうしゃは

Stefan Galliker

Grüneggstrasse 36

6005 Luzern

Schweiz

です。ルセルンはスイスの大きいまちです。けれどもルセルンはズリックより小さいです。ルゼルンの人こうは4です。ふるいでもいいまちです。わたしはsrsのつとめてです。Srsは小さい会社のインターホンです。今、二人会社いんがいます。わたしはかい会社です。わたしのうちは会社からあるいて20分間かかります。じてんしゃで5分間かかります。けれども会社からうちまで10分間ぐらいかかります。うちは会社より上です。

ステファン・ガリカー

Dienstag, 6. Mai 2008

Goldene Woche

Samstag und Sonntag ist keine Schule. Gestern und Heute (Montag und Dienstag) war auch noch frei. Die ersten beiden Tage ging ich nur zum Joggen raus. Lernen, war angesagt, ein bisschen Faulenzen (gorogoro) und drei Partien Schach gegen Yuki waren angesagt. Beim Schach hab ich immer verloren. Mir ist aber keine Zacke aus der Krone gefallen denn Yuki führt seine Bauern etwa 20 Mal pro Monat in die Schlacht. Yuki ist der ältere Sohn von Brigitte und Kazuo. Miho kam am Samstagabend auch nach Hause, sie musste aber wegen der Arbeit noch am selben Tag wieder nach Tokyo.

Am Montag gingen wir in den Yasakuni Schrein. Das sei einer der politisch umstrittensten Plätze in Japan. In dem Schrein werden japanische Soldaten geehrt. Viele asiatische Länder sehen in den Soldaten aber keine Helden sondern Kriegsverbrecher. Jedes Jahr kommt es zu Demonstrationen wenn der Kaiser den Schrein besucht. Nach dem Besuch des Schreines gingen wir in das Yasakuni Museum das die kriegerische Geschichte Japans aufzeigte. Besonders eindrücklich waren die Fotos von all Kamikazepiloten die im zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden.

Nach dem Museum gingen wir am Budokan, ein riesige Halle für Kampfsport, vorbei in den Kaiserpark. In den Parks merkt man gar nicht dass man mitten in einer Grossstadt ist. Bis jetzt sah ich erst drei Pärke, die drei waren aber immer riesengross, still und sehr sauber. Nach der Stille kam dann wieder der Grossstadtlärm. Es war ein guter Tag.

Heute ging ich mit Liusan, Bettina und Freund und Manu und Freund nach Tokyo. Zuerst gingen wir in den Uenopark. Ich war vorher schon mal dort, den See hab ich aber erst gefunden. Der Uenopark ist einer der grössten Parks in Tokyo. Neben dem See ist auch noch ein Zoo drin. Von Ueno aus gings dann zum eigentlichen Ziel des Tages, Asakusa. Vom Bahnhof bis zum Tempel wärs eigentlich nicht so weit gewesen. Ich rechnete mit etwa 10 Minuten Fussmarsch. Irgendwann fragte ich dann eine alte Frau nach dem Weg. Das geht so: sumimasen, asakusawadokodesuka. Darauf kam dann auch gleich mit einer Antwort die ich hinten und vorne nicht verstand. Sie und ihr Mann führte uns dann zum Tempel. Sie war 73 Jahre alt, er 80. Wenn sie langsam sprachen konnte ich sie sogar verstehen, mit den japanischen Antworten war ich aber immer zu langsam. Zum Glück verstanden sie auch ein bisschen Englisch. Er ist, trotz seinem Alter, immer noch als Jazz-Tennor-Saxaphonist unterwegs. Auf dem ganzen Weg hat die Frau immer wieder Süssigkeiten gekauft die wir unbedingt probieren mussten. Am Schluss gingen wir noch zusammen ein Bier trinken, aber nicht mal das haben sie uns bezahlen lassen. Als wir uns von den beiden verabschiedeten waren wir etwa drei Stunden zusammen unterwegs.

Montag, 5. Mai 2008

Crevette

Heute hatte ich mein erstes richtiges Ofuro. Normalerweise ist es in Japan Tradition, dass man jeden Abend ein Bad nimmt. Bei „Naras“ ist das aber nicht so. Hier wird nur am Wochenende gebadet, sonst reicht duschen. Beim Ofuro ist es wichtig, dass man sich vorher richtig gut duscht. In die Badewanne kommt keine Seife weil: Seife löst den Schmutz, das Wasser wird dreckig. Die folge, man badet im Dreck.

Darum duschen. Dass das Bad heiss ist hatte ich schon gelesen. Dass es so heiss ist hab ich aber auch nicht geglaubt. Wenn es Eiswasser gewesen wäre, hätte ich weniger lange gebrauch um in der Wanne platz zu nehmen. Nach dem Bad war ich rot wie ne Crevette, irgendwie hat’s aber auch gut getan.

Man sagt ja dass die Japaner kleiner sind als die Europäer. Wieso sie den Wasserhanen 40 cm über Boden haben müssen weiss ich noch nicht. So klein sind sie nun auch wieder nicht.

Die Badewanne ist auch nicht wie bei uns. Die ist viel tiefer, dafür kürzer. Ich kann darin sitzen und meine Schultern sind grade noch unter Wasser.

Ihr Kinderlein kommet

Jeden Abend, um sechs Uhr, ertönt eine Sirene die den Kinder meldet dass es Zeit ist nach Hause zu gehen. Sechs Uhr tönt früh aber um sieben Uhr ist es schon so dunkel wie bei uns um 23.00 Uhr. Wieso die Sierene immer noch los geht ist mir ein Rätsel. Das jüngste „Kind“ das ich in unserem Quartier bisher gesehen habe ist Kochi (24). Ich bin wahrscheinlich das zweitjüngste Kind (29). Nun, vor 20 Jahren war das natürlich anders. Was in Fukawa um sechs Uhr alles los ist seht ihr auf dem Video. Natürlich ist auch die Sirene zu hören. Ein Minarett mit Gebetslautsprecher wär mir glaub lieber.

Samstag, 3. Mai 2008

Woche vier

Letzten Dienstag war ein japanischer Feiertag. Was genau gefeiert wurde ist mir nicht bekannt. Auch Brigitte und Kazuo waren sich nicht ganz sicher wie der Tag hiess. Wir machten einen Ausflug nach Kasama. Das ist ein, in Töpfererkreisen, bekannter Ort. In einem riesigen Park war ein Töpfermarkt. Es war erstaunlich wie leichtsinnig die Kunstwerke aufgestellt waren. Teilweise kosteten die Stücke über 1’000'000 Yen. Keine Ahnung was da bei einem Erdbeben passiert. Am selben Tag hörte ich auch mein erstes Live Konzert einer japanischen Countryformation.

Am Donnerstag stiegen die Benzinpreise um +/-40 Yen. Jetzt kostet der Treibstoff wieder etwa gleich viel wie in der Schweiz. Am Mittwoch kamen in den News Bilder von Tankstellen aus dem ganzen Land. Alle Japaner wollten den Tank nochmals Steuerfrei füllen.

Sonst war an der letzten Woche nichts Besonderes. Ich lernte viel, das brachte aber irgendwie nicht den gewünschten Erfolg. Eventuell kann ich über das Wochenende etwas aufholen. Wegen der „Goldenen Woche“ geht die Schule erst am Mittwoch wieder los.

Meine Erdbebenerfahrung steigt von Woche zu Woche. Die Beben waren aber immer nur ganz schwach. Ich glaub die Japaner nehmen die gar nicht mehr wahr. Für mich ist's halt immer noch was besonderes. Für den Fall das während der Schule mal ein starkes Beben wäre, bin ich in Zwischenzeit auch gewappnet. Wir hatten mit der Schule ein kleine Exkursion zum "Erdbeben Sammelplatz". Ich bin mir aber nicht sicher ob ich den wieder finden könnte.