Dienstag, 6. Mai 2008

Goldene Woche

Samstag und Sonntag ist keine Schule. Gestern und Heute (Montag und Dienstag) war auch noch frei. Die ersten beiden Tage ging ich nur zum Joggen raus. Lernen, war angesagt, ein bisschen Faulenzen (gorogoro) und drei Partien Schach gegen Yuki waren angesagt. Beim Schach hab ich immer verloren. Mir ist aber keine Zacke aus der Krone gefallen denn Yuki führt seine Bauern etwa 20 Mal pro Monat in die Schlacht. Yuki ist der ältere Sohn von Brigitte und Kazuo. Miho kam am Samstagabend auch nach Hause, sie musste aber wegen der Arbeit noch am selben Tag wieder nach Tokyo.

Am Montag gingen wir in den Yasakuni Schrein. Das sei einer der politisch umstrittensten Plätze in Japan. In dem Schrein werden japanische Soldaten geehrt. Viele asiatische Länder sehen in den Soldaten aber keine Helden sondern Kriegsverbrecher. Jedes Jahr kommt es zu Demonstrationen wenn der Kaiser den Schrein besucht. Nach dem Besuch des Schreines gingen wir in das Yasakuni Museum das die kriegerische Geschichte Japans aufzeigte. Besonders eindrücklich waren die Fotos von all Kamikazepiloten die im zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden.

Nach dem Museum gingen wir am Budokan, ein riesige Halle für Kampfsport, vorbei in den Kaiserpark. In den Parks merkt man gar nicht dass man mitten in einer Grossstadt ist. Bis jetzt sah ich erst drei Pärke, die drei waren aber immer riesengross, still und sehr sauber. Nach der Stille kam dann wieder der Grossstadtlärm. Es war ein guter Tag.

Heute ging ich mit Liusan, Bettina und Freund und Manu und Freund nach Tokyo. Zuerst gingen wir in den Uenopark. Ich war vorher schon mal dort, den See hab ich aber erst gefunden. Der Uenopark ist einer der grössten Parks in Tokyo. Neben dem See ist auch noch ein Zoo drin. Von Ueno aus gings dann zum eigentlichen Ziel des Tages, Asakusa. Vom Bahnhof bis zum Tempel wärs eigentlich nicht so weit gewesen. Ich rechnete mit etwa 10 Minuten Fussmarsch. Irgendwann fragte ich dann eine alte Frau nach dem Weg. Das geht so: sumimasen, asakusawadokodesuka. Darauf kam dann auch gleich mit einer Antwort die ich hinten und vorne nicht verstand. Sie und ihr Mann führte uns dann zum Tempel. Sie war 73 Jahre alt, er 80. Wenn sie langsam sprachen konnte ich sie sogar verstehen, mit den japanischen Antworten war ich aber immer zu langsam. Zum Glück verstanden sie auch ein bisschen Englisch. Er ist, trotz seinem Alter, immer noch als Jazz-Tennor-Saxaphonist unterwegs. Auf dem ganzen Weg hat die Frau immer wieder Süssigkeiten gekauft die wir unbedingt probieren mussten. Am Schluss gingen wir noch zusammen ein Bier trinken, aber nicht mal das haben sie uns bezahlen lassen. Als wir uns von den beiden verabschiedeten waren wir etwa drei Stunden zusammen unterwegs.

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