Freitag, 20. Juni 2008

18.06.08 Wer kommt mit mir in die Hölle

Ist doch super schön in der Hölle, nicht?
Mit dem Bus bin ich Morgens um 9.00Uhr von Wakinosawa zur Entgegengesetzten Endstation gefahren. Immer schön der Küste nach, den gleichen Weg wie gestern schon. Sorry, ich weiss den Namen nicht mehr, im Reisebuch gibt’s den Ort nicht, auf den Japanischen Karten kann ich den Namen nicht lesen und den Zettel mit der Wegbeschreibung kann die Schreiberin wahrscheinlich selber nicht mehr lesen. Von der Endhaltestelle bin ich dann mit einem zweiten Bus nach Osore-zan gefahren. Hauptsächlich war die Strasse durch den Wald gelegt. Am Strassenrand standen immer wieder kleine Statuen mit roten oder weissen Mäntelchen. Viele Bäume waren gespalten und unnatürlich verchnorzt. Wie in einem Gruselmärli. Auf halber Strecke hat der Chauffeur an einer Quelle hat gemacht. Alle sind ausgestiegen und haben sich einen Schluck Wasser genehmigt. Diesem werden lebensverlängernde Eigenschaften nachgesagt. In Osore-zan war’s ganz schön heiss. Hölle eben. Als erstes bin ich zur Brücke gegangen die man nicht überqueren soll. Kazuo erzählte mir dass man früher glaubte wer da drüber geht kommt nicht mehr zurück. Ich hab’s respektiert und hab die Brücke nebenan benutzt um von beiden Seiten einige Fotos zu machen. Ich glaub nur die Japaner wissen nicht’s von den alten Erzählungen. Die haben munter „schaut ich steh auf der Brücke“ Fotos gemacht. Nach der Brücke bin ich dann in den Tempelpark gegangen. Vor allem am Morgen, als es noch fast keine anderen Besucher hatte, hörte man hauptsächlich drei verschiedene Geräusche. Das Zischen vom ausströmenden Schwefelgas, das einen üblen Geruch verbreitete. Das Blubbern von den heissen Pfützen und das Krächzen der Krähen.
Viele Eltern pilgern an diesen Ort um für verlorene Kinder zu beten.
Bevor ich den Tempel dann wieder verliess, wollte ich noch im Onsen ein Bad nehmen. Meine Hitzeverträglichkeit, was das Badewasser angeht, ist in Japan gestiegen. Das Schwefelwasser war mir aber wirklich zu Heiss. Ich hab’s nicht mal eine Minute ausgehalten.Für mich war Osore-zan bisher einer der schönsten Orte in Japan. Die langen Zug und Busfahrten haben sich auf jeden Fall gelohnt.

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