Sonntag, 15. Juni 2008

Sonnenanbeter Hippi Camp



Von der Vulkaninsel Rishiri gingen wir, wieder mit der Fähre, zu der Nachbarinsel Rebun. Dort angekommen haben wir uns im Lokal des Fäähriterminals gestärkt. Die Lokalspezialität war Seeigel. Von den Stacheln war auf dem Teller aber nichts zu sehen. Essen tut man vom Seeigel nur die Eier. So ähnlich wie die Fischeier die es überall gibt. Die Zubereitung ist super einfach. Man füllt eine Schüssel mit Reis, gibt die Seeigeleier darüber und fackelt diese mit dem Gasbrenner kurz an. Mit etwas Wasabi und Sojasauce schmeckt das echt lecker.
In Rebun leben über 3000 Menschen. Die Insel ist von Norden bis Süden 30km lang, von Westen bis Osten 8km breit. Ich glaube der nördlichste Punkt von Japan ist auf dieser Insel. Viele Leute gehen nach Rebun weil es da eine gelbe Blume gibt die nur dort und in England anzutreffen ist. Die Landschaft hat mich sehr an Schottland erinnert. Wir wanderten auf den Klippen zu einem Aussichtspunkt mit einem Leuchtturm. Ich hab mich auf einen typischen rot-weiss gestreiften Turm gefreut. Zu sehen hab ich aber nur ein langweiliges weisses Haus mit einem Drehlicht bekommen. Und dafür sind wir fast zwei Stunden in einer Saukälte auf dem Grat des Küstenhügels gewandert. Immer gefasst, vom Wind umgeweht zu werden. Irgendwann haben wir dann das Hostel erreicht. Es war ein Haus das vor 130 Jahren errichtet wurde. Jedes Bett war in einem kleinen Abteil eingewinkelt. Die Essenszeiten, Ofuro und alle anderen Aktivitäten wurden mit Lautsprecher durchs ganze Haus gebrüllt. Als die Wandergruppe vom Nordkaptrip zurückkamen, wurden sie vom Staff mit Gesang und Tanz begrüsst.
Natürlich wurde der Sonnenuntergang mit viel Geschrei angesagt. Alle gingen nach draussen und haben das Spektakel genossen. Natürlich mit live Gitarrenmusik und Gesang. Alle Japaner haben mitgesungen. Nach dem Sunset gabs dann noch ein bisschen Musikunterricht und Quiz. Es war ganz lustig zuzuhören. Einer spielte die Gitarre und hat gesungen. Ein zweiter hat dann jeweils den Liedtext vorgebrüllt damit auch die Liedunkundigen mitsingen konnten. Um 10:30 Uhr Hostelzeit, das heisst 10Uhr Inselzeit war dann Lichterlöschen. Am andern Morgen wurden wir mit japanischem Kill Bill Sound geweckt, ich glaub es war etwa 5Uhr Hostelzeit. Da das Wetter aber alles andere als gut war haben wir unseren Nordkaptrip abgesagt. Dafür war putzen angesagt. Mit Besen, Lumpen und lauter Hippimusik wurden die alten Böden poliert. Um 8:55 verliessen wir dann Rebun mit dem Schiff Richtung Wakanai. Das Abschiedskomitee, das extra für die Abreisenden Hostelgäste zum Hafen gekommen war, hat nochmals ein alt rebunsches Lied gesungen als die Fähre in See stach. Das war bis jetzt der schrägste Ort den ich in Japan besuchte. Von Wakkanai gings dann mit dem Zug wieder durch die schweizer Landschaft nach Asahigawa. Dort haben wir einmal übernachtet und sind Heute Morgen in den nahegelegenen Nationalpark gereist. Wenn das Wetter mitspielt kraxxeln wir morgen auf einen weiteren Vulkan.

1 Kommentar:

The Early Bird hat gesagt…

You must enjoy Japan.
That's good.