
Ich bin in Beppu. Eigentlich wollte ich seit Tokushima die kleineren Orte etwas meiden. Kumahachi Aburaya (Statue) hat sich vor langer Zeit das Ziel gesetzt einen Ort bekannt zu machen. Er hat schon vor Jahrzehnten grosse Werbekampagnen in ganz Japan gemacht. Sein Slogan war „Best of Japan: Mt. Fuji, Seto Inland See and Beppu Hot Springs”. Der gute Mann lebt jetzt nicht mehr, seine Kampagne hat damals aber gut eingeschlagen und heute kommen sogar Leute aus der Schweiz nach Beppu. Die heissen Quellen sind auch wirklich Hitverdächtig. Gestern war ich in zwei Bädern.

Das erste war ein alt-traditionelles Bad. Die Wassertemparatur war mit 42 C angegeben. Es war heiss, ich konnte es aber aushalten. Im zweiten Bad wurde ich ausgelacht (nicht böösartig). Ich wollte in das Bad steigen, musste aber sofort wieder rausspringen weil ich mir die Füsse verbrühte. Sie haben dann extra für mich den grossen Kaltwasserwasserhanen voll aufgedreht um das Wasser auf eine für mich erträgliche Temperatur zu kühlen. Wassertemparatur war auch mit 42 Grad angegeben. Heute morgen bin ich zu erst mal ein Stück Bus gefahren und dann 40 Minuten einen Berg hochgewandert um zu meinem ersten Rotemburo zu kommen. Die Zeit und die Mühen haben sich gelohnt.

Das kleine aber feine Freiluft-Gratisbad war in einer Gegend so ähnlich wie Osore-zan eingebettet. Schwefel in der Luft, sonst aber wunderschön. Und was auch noch ganz angenehm war, es herrschten Schweizer Wassertemperaturen. Von Nabeyama-no-yu wollte ich dann ins Schlagenbad. Das hiess den halben Weg wieder runter und bei der Verzweigung die andere Strasse hoch. Man kann, wenn man eins hat, mit dem Auto zu dem Bad fahren. Ich hatte glück und wurde mitgenommen. Stöpple war nicht mal nötig, die hielten an und fragten wo ich hin wolle.

Im Schlangenbad konnte man sich auch im Bach der gleich neben den Steinbadwannen vorbeirauschte abkühlen.
Baden macht durstig. Ich hatte aber nichts zu trinken dabei. Ich ging zu den zwei Tatergreisen die wie Badmeister aussahen und fragte ob es an dem Ort was zu trinken gäbe. Da war ein kleines Häuschen und ich dachte die können mir vielleicht was verkaufen. Der eine hat mir dann aus dem Auto einen Liter Tee geholt und noch einen Sushi-Bento dazu. Ich muss einen jämmerlichen Eindruck gemacht haben dass die mich gleich durchfütterten. Bezahlen durfte ich nichts. Presento desu. Wieder gestärkt bin ich dann den Weg zurückgelaufen um mir ein weiteres Bad zu gönnen. Diesmal eins mit Eintrittsgebühr. Das Wasser war milchig weiss, alles tiefer als ca. 50cm konnte man nicht mehr sehen. Was das Wasser weiss macht weis ich nicht, es soll aber so aus der Quelle kommen.

Nach dem Bad hab ich mir noch zwei Quellenparks angesehen, so genannte Höllen (weis nicht wieso Höllen).

Da konnte man auch da das Wasser probieren. Schmeckt wie Wasser mit wenig kreutersalz.
Heute gehe ich noch in ein weiteres Onsen damit ich die Durchschnittlichen drei Bäder pro Tag erreiche. Ich denke es wir das Ekimae Koto Onsen sein. Das ist wie der Name schon sagt vor dem Bahnhof. Der Lonely Planet sagt es ist ein einfaches und heisses Onsen.

Morgen mach ich mich dann mit dem Sonic auf den Weg nach Nagasaki. Sonic tönt schnell und modern. Ist aber keines von beiden.

Die Sitze sind aber bequem und der Holzboden schafft eine heimelige Atmosphäre.
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